Fabeln - Aesop - Страница 1 из 31


Fuchs fand, nachdem er lange in der Wildnis herumgelaufen war, endlich
einen Holzhacker und bat denselben inständig, ihn doch bei sich
zu verbergen. Dieser zeigte ihm seine Hütte, worauf der Fuchs
hineinging und sich in einem Winkel versteckte. Als die Jäger
kamen und sich bei dem Manne erkundigten, so versicherte dieser zwar
durch Worte, er wisse nichts, deutete aber mit der Hand nach dem Orte
hin, wo der Fuchs versteckt war. Allein die Jäger hatten nicht
darauf geachtet und entfernten sich sogleich wieder. Wie nun der Fuchs
sie fortgehen sah, ging er wieder heraus, ohne etwas zu sagen; und als
der Holzhacker ihm Vorwürfe machte, daß er ihm, durch den
er doch gerettet worden sei, keinen Dank bezeuge, drehte sich der
Fuchs nochmals um und sprach: »Ich wüßte dir gerne
Dank, wenn die Werke deiner Hand und deine Gesinnung mit deinen Reden
im Einklange ständen.« Die Fabel geht diejenigen an, die
zwar die Rechtschaffenheit im Munde führen, durch ihre Handlungen
aber das Gegenteil an den Tag legen. Der Vogelsteller und die
Schlange Ein Vogelsteller nahm Leim und Rohre und ging hinaus auf
den Fang. Als er auf einem hohen Baume eine Drossel sitzen sah,
befestigte er die Rohre der Länge nach aneinander und blickte in
der Absicht, sie zu fangen, in die Höhe. Da trat er unvermerkt
auf eine unter seinen Füßen liegende Schlange. Diese wurde
zornig und biß ihn; er aber sagte noch im Verscheiden: »O
ich Elender, während ich einen andern fangen wollte, bin ich


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