Der goldene Esel - Apuleius - Страница 1 из 365


von Madaura übersetzt von August Rode  
  1920
Berlin / im Propyläen-Verlag    
Ankündigung Der goldene Esel des Apuleius, dieser
wenigstens dem Namen nach allgemein bekannte satirisch-mystische
Roman, ist mit so viel Menschenkenntnis, Witz, Munterkeit und Laune
geschrieben, mit so angenehmen, wohlerfundenen, komischen, tragischen
und poetischen Episoden durchwebt, daß nicht allein Boccaz und
Raphael, La Fontaine und Le Sage denselben stückweise, jeder in
seinem Fache, benutzt, sondern daß auch alle um uns liegenden
kultivierten Nationen sich denselben durch wiederholte
Übersetzungen völlig eigen zu machen gesucht haben. Ich habe
mich seit einigen Jahren beschäftigt, ihn ins Deutsche zu
übertragen. Die Episode der Psyche, die ich daraus im Jahre 1780
bekannt gemacht habe – (welche aber auch jetzt an ihrer Stelle
wieder erscheinen wird, nur mit weniger Anmerkungen und mit den
Einschaltungen, die im Originale befindlich, aber von mir ausgelassen
waren, weil sie sich auf etwas Vorhergegangenes bezogen) –,
mag als eine Probe meiner Übersetzung angesehen werden. War es
Mangel an Geschmack seines Zeitalters, war es zu weite Entfernung von
der Hauptstadt, oder war es afrikanisches Genie oder alles dreies
zusammengenommen: genug, des Apuleius Schreibart ist bei weitem nicht
die beste. Er kettet ewig lange Perioden zusammen, ist sehr kostbar


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