Die Geschichte von dem Mann im Faß - Apuleius - Страница 1 из 3


von dem Mann im Faß In der Herberge, wo wir gastfreundlich
aufgenommen wurden, erfuhren wir eine lustige Geschichte von einem
armen Zimmermann, dem seine Frau auf die schnurrigste Weise von der
Welt Hörner aufgesetzt hatte. Sie sei hier zum besten gegeben:
Ein armer Zimmergeselle, der nur kümmerlich sein Brot im Tagelohn
verdiente, hatte ein Weib, die, aller Armut ungeachtet, wegen ihrer
Sittenlosigkeit überall berüchtigt war. Eines Tages, als er
früh auf seine Arbeit ging, huschte flugs zu ihr ein flinker
Galan ins Haus. Kaum waren aber beide zusammen und fingen voller
Sicherheit an, der Liebe zu pflegen, siehe, da kehrte der Mann schon
wieder heim, ohne daß er jedoch um etwas gewußt oder
dergleichen sich versehen hätte; vielmehr, da er die Tür
dicht und fest verschlossen und verriegelt fand, freute er sich in
seinem Herzen über die strenge Eingezogenheit seines treuen
Weibes. Er klopfte an und gab durch Pfeifen das Zeichen, daß er
da sei. Wie der Blitz hatte sich das verschmitzte und auf solche
Fälle ausgelernte Weib aus ihres Liebhabers intimster Umarmung
frei gemacht und ihn in einem großen Fasse versteckt, das halb
verschüttet und leer in einem Winkel stand. Nun machte sie dem
Manne auf; gleich in der Tür aber ließ sie ihn böse
an. »Wie«, keifte sie, »müßig und mit
leeren Händen kommst du wieder nach Hause? Pfui über dich
Erzfaulenzer! Du magst nur immer die Hände in den Schoß


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