Celsissimus - Arthur Achleitner - Страница 1 из 313





Salzburger Roman



von

Arthur Achleitner.



Berlin.


Alfred Schall,

Königliche Hofbuchhandlung.

Verein der Bücherfreunde.




Vorwort.


Zum Geleit seien nur wenige Worte vorausgeschickt.

Der geneigte Leser wolle nicht an Bischöfe und Priester unserer Zeit
denken, wenn er an Wolf Dietrich, den erhabenen Kirchenfürsten des 16.
Jahrhunderts denkt und seine Schicksale liest. Die Verhältnisse der
damaligen Zeit lagen ganz anders, wie denn auch für die Erwählung eines
Kirchenfürsten nicht kirchlich frommes Leben, sondern adelige Geburt
erforderlich war. Der Adel beanspruchte die hohen und einträglichen
Würden der Kirche, er allein war stiftsfähig und bestrebt, solche
Stellen, weil das Leben versorgend, an sich zu bringen.

In die Zeit Wolf Dietrichs, eines genial veranlagten Adeligen, fiel die
Restaurationsbewegung, von diesem Fürsten erwartete man Ausrottung des
Protestantismus, der immer wieder auflodernden Kelchbewegung, Berufung
der Jesuiten nach Salzburg, Wiederherstellung des Cölibates,
Anforderungen, die über eines selbst genialen Mannes Kräfte gehen
mußten, zumal wenn die Erziehung, das Leben in römischen Palästen der
Gedankenwelt eine ganz andere Richtung gegeben.

Wolf Dietrich, der seine Fehler durch Sturz und lange Gefangenschaft
sühnte, ist die interessanteste Erscheinung in Salzburgs Geschichte, die
unvergessen in dankbarer Erinnerung fortleben wird, so lange die schöne
Stadt Salzburg, welcher er das heutige Gepräge gegeben, bestehen wird.


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