Das Schloß im Moor - Arthur Achleitner - Страница 1 из 240


braungrauen Flächen der Rieder Gegend, über den weiten
silberschimmernden See und den weißen Kranz himmelan strebender
Berge im Süden des Moorgrundes. Es lenzt langsam im Ried, des
langen harten Winters Macht ist gebrochen, der Weitsee wie sein
Brüderchen, der Kleinsee, ist seit Wochen von der Eisumkrustung
befreit, die letzten Schollen sind unter den warmen Strahlen der
Frühlingssonne zerflossen, der See ist eisfrei, dem Bootsverkehr
wiedergegeben und dadurch die Bewohner der Seedörfer von
erzwungener Abgeschlossenheit erlöst. Stürmend eilen die
Bergbäche der schimmernden Wasserfläche zu durch das Moor,
mählich wachsend und steigend infolge der Schneeschmelze, und
langsam steigt der große See wie immer zu Lenzbeginn. Von
einer Abgeschiedenheit wintersüber spüren die Bewohner von
Dorf und Schloß Ried am Ostufer des Weitsees nichts, sie sind
durch eine Fahrstraße mit der Außenwelt und der Eisenbahn
verbunden; für sie bringt der die übrige Bewohnerschaft
erlösende Frühling eine Fessel in Gestalt der
alljährlichen Überschwemmung, die geduldig ertragen und
abgewartet 6 werden muß. Noch hat es gute Weile damit, und flott
entwickelt sich der starke Verkehr aus der Straße.
Schloß Ried mit seinen behäbigen Gebäuden beherbergt
eine Brauerei, die ein anerkannt vorzügliches Produkt an
zahlreiche Wirte der Seegegend wie tief hinein ins Gebirge bis zur
Landesgrenze liefert. Einst fürstliches Eigentum, ging das


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