Die Bekenntnisse des heiligen Augustinus - Aurelius Augustinus - Страница 1 из 461


Augustinus in der Übersetzung von Otto F. Lachmann
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Kapitel Groß bist du, o Herr, und deines Lobes ist kein
Ende; groß ist die Fülle deiner Kraft, und deine Weisheit
ist unermeßlich. Und loben will dich der Mensch, ein so geringer
Teil deiner Schöpfung; der Mensch, der sich unter der Last der
Sterblichkeit beugt, dem Zeugnis seiner Sünde, einem Zeugnis,
daß du den Hoffärtigen widerstehest; und doch will dich
loben der Mensch, ein so geringer Teil deiner Schöpfung. Du
schaffest, daß er mit Freuden dich preise, denn zu deinem
Eigentum erschufst du uns, und ruhelos ist unser Herz, bis es ruhet in
dir. Kläre mich auf, o Herr, und laß mich erkennen, ob wir
dich zuerst anrufen oder dich preisen; ob wir dich eher erfassen als
anrufen sollen? Doch wer ruft dich an, solange du ihm unbekannt bist?
Könnte dich, der dich nicht erkennt, statt des einen ein anderes
Wesen anrufen? Oder wirst du zuvor angerufen, auf daß du erkannt
werdest? Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie
sollen sie aber glauben an den, der ihnen nicht geprediget worden?
Loben werden den Herrn, die ihn suchen. So ihn aber suchen, werden ihn
finden, und die ihn finden, werden ihn loben. Ich will dich suchen, o
Herr, im Gebet, und ich werde dich anrufen im Glauben: denn du bist
uns verkündigen worden. Mein Glaube, den du mir gegeben, o Herr,


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