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ABGEZOGEN UND HANDSCHRIFTLICH NUMERIERT.
DIESES EXEMPLAR TRÄGT DIE NUMMER 163.




GEDENKREDE
AUF
WOLFGANG AMADE MOZART

VON
RICHARD BEER-HOFMANN


S. FISCHER, VERLAG, BERLIN
MDCCCCVI




GEDENKREDE
AUF WOLFGANG AMADE MOZART


Von hohen Bergen rinnt ein Wasser zu tiefen Tälern hinab. Einem
Gletschersee entstürzt es, wildstürmende Wasser aus seitlichen Tälern
werfen sich ihm zu, und in Sturz und Fall, von Talstufe zu Talstufe
schwellender und reicher, sucht es seinen Weg. Von Horten, die tief in
ringsum starrenden Bergen verborgen schlafen, tragen mündende Bäche ihm
verräterische Kunde zu; und wer den Sand seiner Ufer in hohler Hand
faßt, dem gleiten, mit dem Sand zugleich, durch seine Finger: dunkles
Erz und rotes Kupfer, grauer Kobalt und das Gold und Silber des Rauris.
Und wer seine Hand in die Flut taucht – und wäre es selbst dort, wo sie
schon zur Ebene hinabsteigt – der fühlt noch immer: Von hoch her kommt
dies Drängen, das zu Meeren will; von Gletschern gespeist, uraltem Eise
nah, springt helläugig dieser Quell – tief unter ihm sind die Dünste der
Täler.

Von venetischen Küsten steigt eine Straße zu verschneiten Pässen der
Tauern auf, und sucht die Hänge, wo Ambisontier und Alaunen die Stätten
heiligen Salzes hüten. Saumtiere, mit Öl und dunklem Wein beladen,


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