Auf der Höhe - Band 2 - Berthold Auerbach - Страница 1 из 280


niedern Stube zum Fenster hinaus, hielt seine Pfeife mit beiden
Händen und schmauchte in den Morgen hinein; nicht weit von ihm
spaltete ein Taglöhner eine Fuhre Holz. Hansei schaute ruhig zu,
nickte, wenn der Holzspalter gut traf, und lächelte als echter
Kenner über den ungeschickten Menschen, wenn er ein Stück
mit einem widerspenstigen Ast um und um wenden und vergebens einhacken
mußte. Die Großmutter begann das kleingehackte Holz nach
der Giebelseite unter das Vordach zu tragen und dort aufzuschichten.
Jedesmal, wenn sie ab- und zuging, schaute sie nach Hansei, der aber
rührte sich nicht: endlich sagte sie, mit einem Armvoll Holz vor
ihm stehen bleibend: »He! Jo!«
»Freilich!« erwiderte er und paffte weiter. Die
Großmutter hatte mit dem kurzen Anrufen sagen wollen: was ist
denn das? bist du nur zum Zusehen da? kannst du nicht wenigstens das
gespaltene Holz aufschichten? Der Angeredete hatte verstanden, was
in dem Anrufe »He jo« lag, und hatte ganz richtig darauf
geantwortet: »Freilich thu' ich nichts, das ist just so mein
Wille.« Die Großmutter war eben dran, einen Armvoll
Holz vor seinem Angesicht niederzuwerfen; aber sie besann sich –
der Taglöhner draußen braucht das nicht zu sehen. Sie trug
das Holz an seine Stelle, dann kam sie in die Stube und sagte:
»Hansei, guck ein, ich will dir was sagen.« »Ich
hör' schon,« erwiderte dieser zum Fenster hinaus.
»Ich weiß nicht, was du vorhast? was bildest dir denn


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