Gedichte - Ernst Moritz Arndt - Страница 1 из 169


    Schmält mir nicht die alten Heiden,
Denn ein Heide bin ich auch,
Wann ich's Blümlein schau der Heiden,
Wann ich's Vöglein hör' im Strauch. Weg mit
euren dunkeln Listen
Weg mit eurer trüben Kunst!
Denn dem freien, frohen Christen
Werden solche Schmerzen Dunst. Ihr, die uns das Licht
verdüstert,
Schreckt die Freude blaß und bleich,
Wißt, was unter Rosen flüstert
Hat auch Weg zum Himmelreich, Blumen gab der Herr der
Imme,
Liebesklang der Nachtigall
Und dem Menschen eine Stimme
Tiefer Brust für Freudenschall. Bleibe Gott und
Gottes Ehre
In der ewigen Natur!
Sophoklesse und Homere
Sangen seines Geistes nur. Schmält nur Goethen
nicht und Schiller,
Ihr, des engen Eifers heiß,
Alle eure Jammertriller
Geb' ich gern für solche preis. Denn mein Heiland
und Befreier
Fuhr hinab ins Sündenland,
Der die höchste Sternenleier
Hat für Lust und Leid gespannt. Der mit ersten
Morgenröten
Sang der Welten Urgesang,
Gönnet auch den Erdenflöten
Ihren kurzen Freudenklang. Denn besiegt hat er die
Lüste
Und den Lüstensatan nur,
Damit jeder fröhlich wüßte,
Gottes Klänge klingt Natur; Denn gebracht hat
hellre Lieder
Darum er dem Erdengraun,


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