Freikugel - Gustave Aimard - Страница 1 из 461


Alles gelangt dort zu einer so gewaltigen Entwicklung, daß die
Phantasie davor erschrickt und der Verstand stillsteht. Die Berge,
Flüsse, Seen und Ströme sind nach einem erhabenen Muster
gebildet. Hier erblicken wir einen Strom des nördlichen
Amerika, der nicht mit der Rhône, der Donau oder dem Rhein zu
vergleichen ist, deren Ufer mit Städten, Anpflanzungen oder
alten, durch die Länge der Zeit verwitterten Schlössern
bedeckt, deren Nebenflüsse unbedeutende Gewässer sind und
deren in ein zu enges Bett gezwängte Strömung hastig dem
weiten Weltmeer entgegenbraust. Sein Wasser ist tief und
geräuschlos, seine Breite gleicht einem Meeresarm, sein Anblick
ist stolz und streng wie die wahre Größe, und seine Fluten,
die unzählige Nebenflüsse geschwellt haben, gleiten
majestätisch dahin und benetzen sanft den Rand der tausend
Inseln, die sich aus seinem Schlamm gebildet haben. Jene Inseln,
die mit hohen Bäumen bedeckt sind, strömen einen
würzigen und herrlichen Duft aus, den die Luft weiterträgt.
Ihre Einsamkeit wird durch keinen anderen Laut als den sanften und
klagenden Ruf der Taube oder das heisere und durchdringende Geheul des
Jaguars unterbrochen, der sich unter den Schatten des Waldes lagert.
Hier und da sammeln sich die Bäume, die entweder durch die Zeit
verwittert oder vom Sturm entwurzelt worden sind, auf dem Wasser; dort
verbinden sie sich teils durch die Gewinde der Schlingpflanzen, teils


-10     пред. Страница 1 из 461 след.     +10