Der Improvisator - Hans Christian Andersen - Страница 1 из 463


Dänischen übersetzt von H. Denhardt. Erster
Teil. Meine erste Umgebung. Wer in Rom gewesen ist, kennt die
Piazza Barberini, jenen großen Platz mit der schönen
Fontäne, die den Triton mit der sprudelnden Muschelschale
darstellt, aus welcher das Wasser mehrere Ellen in die Höhe
springt; wer nicht dagewesen ist, kennt ihn doch aus Kupferstichen;
schade nur, daß sich auf diesen nicht das Eckhaus an der Via
Felice befindet, das hohe Eckhaus, wo das Wasser durch drei
Röhren aus der Mauer und in das steinerne Bassin
hinabströmt. – Dieses Haus hat ein besonderes Interesse
für mich, denn dort wurde ich geboren. Werfe ich einen Blick in
meine frühste Kindheit zurück, was ist da für ein
Wirrwarr bunter Erinnerungen! Ich weiß selbst nicht, wo ich
beginnen soll. Betrachte ich das ganze Drama meines Lebens, ja dann
weiß ich noch weniger, wie ich es darstellen soll, was ich als
unwesentlich übergehen muß, und welche Punkte hinreichend
sind, um das ganze Bild wiederzugeben. Was für mich interessant
ist, bleibt es vielleicht nicht für einen Fremden. Wahr und
natürlich will ich das große Märchen meines Lebens
erzählen, aber die Eitelkeit kommt doch mit ins Spiel, die
schlimme Eitelkeit: die Lust zu gefallen! Schon in meiner Kinderwelt
schoß sie wie ein Unkraut auf und wuchs dann wie das biblische
Senfkorn hoch gen Himmel empor und wurde ein mächtiger Baum,
worin meine Leidenschaften ihr Nest bauten. Eine meiner ersten


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