Schackerl - Karl Adolph - Страница 1 из 182


    Dresden
Verlag von Carl Reißner
1912     Erstes Kapitel
(Befaßt sich mit der Schilderung von Schackerls Geburtshaus, dem
Charakter einiger seiner Bewohner und macht Mitteilung von einem
folgenschweren Beschluß der Mutter des Helden, ohne den dieser
nicht das Licht der Welt erblickt hätte.) Einzeln bestehen
sie noch heute, diese einstigen lieben, lachenden Wiener Häuser.
Aber sie sind schon lange auf die Liste der Pfründner gesetzt.
Man läßt sie verfallen, vermorschen, verwittern und sucht
aus ihnen noch so viel Profit herauszupressen wie möglich. Nicht
einmal der billige Kalk wird angewendet, um sie lichter, heiterer und
reinlicher zu gestalten. Sie gleichen den unreinen Greisen, die
man in ihrer Hülle von Schmutz und Unrat beläßt,
soweit es der Umgebung rätlich erscheint, da doch kein
Reinigungsversuch eine nennenswerte Dauer hat und der Marastische sich
in seiner Lage wohl befindet. Damals bildeten diese alten, lieben
Häuschen noch nicht einzelne Oasen in der öden
Ziegelwüste 2 der werdenden Großstadt. (Ich rede
nämlich von der Zeit, da Schackerl noch durch sein Verharren im
ungeweckten Keimzustand seine Eltern betrübte.) Sie bestanden
noch unendlich zahlreich in Gruppen als Gassen und Gäßchen,
die sich lange gegen die fahlen, lichtlosen, hochragenden, protzigen
Eindringlinge wehrten, welche wie alle Protzen eine unendlich öde


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