Das rote Lachen - Leonid Andrejew - Страница 1 из 120


einer aufgefundenen Handschrift Leonid Andrejew
Baronin Bertha von Suttner über »Das rote
Lachen«. (Aus einem Briefe an den Herausgeber.)
»Mit Entsetzen und Jubel habe ich diese gewaltige Dichtung in
mich aufgenommen. Mit Jubel, weil mir scheint, daß noch nie eine
schärfere und glänzendere Waffe für den Kampf
geschmiedet worden, dem mein Leben geweiht ist, als dieses rote
Lachen. Es wird der Friedensidee die Geister in Scharen gewinnen.
Freilich: die Militärfachleute werden es achselzuckend abtun mit
»Übertreibung – Phantasterei – unwahr«
– aber die andern werden ergriffen und erschüttert sein,
werden fühlen, wie viel Wahres in dem Dichtertraum liegt; werden
einsehen, nicht nur, daß der Wahnsinn zu den Krankheiten des
modernen Krieges gehört – das ist ja auch beglaubigte
Tatsache – sondern daß der Krieg selber ein Wahnsinn ist.
»Gesegnet sei Andrejew dafür, daß er sein
blendendes Talent zu diesem Werk benutzt hat – es wird ihm nicht
geringe Seelenqual bereitet haben. Nur mit blutendem, zuckendem Herzen
kann man solche Dinge schreiben. Aber – als ihm die
Schreckensvision aufgestiegen war, wie ein roter Blitz sein Hirn
durchleuchtend, da mußte er's niederschreiben. Er wurde
dafür – doppelter Ruhm – ins Gefängnis gebracht,
aber nachhaltiger und tausendmal größer als seine Strafe
wird sein Lohn sein. Einmal hat er sich damit selber befreit, seinem


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