Aus dem Leben und den Schriften des Magisters Herle und seines Freundes Mänle - Ludwig Aurbacher - Страница 1 из 113


Freundes Mänle. Mitgetheilt von dem Dritten im Bunde.
[Ludwig Aurbacher] Landshut, 1842 v. Vogel'sche
Verlagsbuchhandlung Vorbericht des Herausgebers Auf meiner
letzten Ferienreise, durch das freundliche Oberschwaben, kam ich auch
in das ehemalige Reichsstädtlein J**. Da gewahrte ich im
Stadtzollhäuschen einen Zudrang von vielen Menschen, die, wie ich
bemerkte, daselbst einer Versteigerung wegen sich versammelt hatten.
Auf mein Befragen: was da Köstliches in Aufstreich gegeben werde?
ward mir zur Antwort: »Nichts als lumpiger Hausrath nebst
einigen lumpigen Büchern. Es gehe aber Alles theuer genug weg,
fuhr der Befragte fort, gleichsam als wären es Kleinodien und
Reliquien; denn da der Verstorbene Alles schuldig geworden, so wollten
dessen Gläubiger doch etwas davon haben, was jeden Falls besser
wäre, als gar nichts; zudem sey der Selbige ein lustiger Kauz
gewesen, von Jedermann wohl gelitten, weßhalb man denn gerne von
ihm ein Andenken erhalten wolle.« Als ich von alten
Büchern hörte, ich, der ich keine Trödelbude vorbei
gehen kann, ohne nach dergleichen Plunder zu fragen und zu suchen
– so mischte ich mich unter die Steigerungslustigen, und trat
ein. Ein leichter Ueberblick des Vorraths bestätigte vollkommen
die Aussage jenes Mannes; auch wurde der lumpige Kram unter
Schäckern und Lachen, hoch und theuer genug ersteigert. Mich
zogen indessen allein die Bücher an, die ich vorläufig


-10     пред. Страница 1 из 113 след.     +10