Die schwäbische Bauernhochzeit - Ludwig Aurbacher - Страница 1 из 10


Bauernhochzeit Aus:
»In Freien Stunden«
Eine Wochenschrift Romane und Erzählungen für
das arbeitende Volk. Elfter Jahrgang. 2. Halbjahresband.
Berlin 1907. Verlag:
Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. (Ernst Preczang, Zingst.)
Verantwortlicher Redakteur:
E. Preczang, Zingst. Verlag:
Buchhandlung Vorwärts, Berlin. Druck:
Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Vor der
Kirche ist schon Groß und Klein versammelt, neugierige Leutchen
(der Verfasser darunter), um den Brautzug, der soeben herauskommt,
gemächlich anzusehen. Die Musikanten, zwei Fideln samt
Brummbaß, eröffnen den Zug; voran die »Buben«,
groß und klein, in Feiertagsröcken, einen Rosmarin auf dem
Hute, im Gesichte Gesundheit, Mut und Frohsinn; zwischen ihnen und den
Männern der Bräutigam, ein frischer, lebensmutiger Bursche,
mit einer Haltung und Miene, aus denen der Kampf zwischen frohem
Leichtsinn und ernster Sorge sichtbar wird. Dann das liebliche
Mädchenvolk, von dem Kinde herauf bis zur mannbaren Jungfrau,
alle anständig und sittig in Kleid und Gebärde; hierauf von
den Matronen begleitet, die Braut – den Blick zur Erde gesenkt,
um das naßgeweinte Auge zu verbergen, das in den feierlichen
Augenblicken der Kopulation mit Wehmut aus die verlorne Jugend
zurück, und mit Sorge auf das lange, bange Hausmutterleben
vorwärts blickte; – eine schöne, jungfräuliche


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