Norwegische Volksmährchen II - Peter Christen Asbjørnsen - Страница 1 из 194


Moe Norwegische Volksmährchen II   Deutsch
von Friederich Bresemann.   Verlegt von M. Simion in
Berlin.
1847.   Gedruckt bei Julius Sittenfeld in Berlin.
1. Die Sieben Füllen Es waren einmal ein Paar
arme Leute, die wohnten in einer elenden Hütte, weit weg in einem
Walde, und hatten nicht Mehr, als aus der Hand in den Mund, und kaum
einmal das; aber drei Söhne hatten sie, und der jüngste von
ihnen war Aschenbrödel , denn er that nichts Anders, als
in der Asche wühlen. Eines Tages sagte der älteste
Bursch, er wolle fort und sich einen Dienst suchen; dagegen hatten die
Ältern Nichts einzuwenden, und er wanderte hinaus in die Welt. Er
ging den ganzen Tag, und als es Abend ward, kam er zu einem
Königsschloß. Da stand der König draußen auf der
Treppe und fragte ihn, wo er hin wolle. »O, ich suche mir nur
einen Dienst,« sagte der Bursch. »Willst Du bei mir dienen
und meine sieben Füllen hüten?« fragte ihn der
König. »Wenn Du sie einen ganzen Tag hüten kannst und
mir am Abend sagen, Was sie essen und Was sie trinken, so sollst Du
die Prinzessinn und das halbe Reich haben,« sagte er:
»kannst Du es aber nicht, so schneide ich Dir drei rothe Riemen
aus Deinem Rücken.« Ja, das, meinte der Bursch, wär'
eine leichte Arbeit, damit wollt' er schon fertig werden. Am
Morgen, als es Tag wurde, ließ der Stallmeister die sieben


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