Der Schuhmeier - Robert Maximilian Ascher - Страница 1 из 529


Dem Bewahrer und Mehrer
des grossen Erbes Franz Schuhmeiers
zugeeignet. Zum Geleite Vielseitigen Wünschen
und Anregungen folgend, liegt nun der wienerische, soziale Roman
»Der Schuhmeier«, der zuerst als Zeitungsroman erschien
und unerwartet großes Interesse fand, als Buch vor. Er wird
damit einem weiteren Kreise zugänglich gemacht, als es einer
Zeitung möglich ist. Es bereitete große
Schwierigkeiten, die sich am Beginne der Arbeit nicht voraussehen
ließen, eine Persönlichkeit zum Helden eines Romanes zu
machen, die viele der heute Lebenden gekannt und am Werke gesehen
haben und eine Anzahl noch lebender Menschen in dem Roman handelnd
auftreten zu lassen. Ein Roman ist eine Dichtung, die der Phantasie
freiesten Spielraum läßt. Der Autor eines solchen Romanes
aber läuft Gefahr, daß ihm von den Zeitgenossen seines
Helden und von den lebenden Mitakteuren auf die Finger geklopft und er
historischer Fälschungen bezichtigt wird. Solcher muß
er sich freilich schuldig machen, weil sonst kein Roman, sondern eine
trockene Biographie daraus würde, die der Leser gelangweilt
weglegt. Dieser Roman soll aber gelesen werden. Er ist der erste
Versuch, die Geschichte der Arbeiterbewegung im alten Österreich,
jener Bewegung, die aus einer stumpfen, wesenlosen Masse wissende,
wollende, handelnde Einzelmenschen gemacht, in erzählender und
daher nicht ermüdender Form einer großen
Öffentlichkeit verständlich zu machen. Der Versuch,


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