Das höfliche Gespenst - Sophie Albrecht - Страница 1 из 70


Verhältniß in ihrer irrdischen Laufbahn in die Vorzeit
zurückzieht, die nicht ganz dem Loose entsprechen können,
welches ihnen hier zu Theile wurde, ist dieses geschrieben. Wenn
der Kunstrichter, wenn der aufgeklärtere Freygeist es
Schwärmerey nennt, so bedenke er, daß unter den Millionen,
die um ihn weben, Millionen eben so freye Wesen sind, die ein
selbstständiges Ich eben so gut wie er ausmachen, und deren
Meynung, deren innere Gefühle er weder zu beurtheilen noch zu
lenken berechtiget ist. Mit mir Fühlende werden es nicht so
finden, werden den Geist, der in diesen Blättern liegt,
entdecken, und Nahrung für Gefühle darin finden, die, wenn
andre sie nicht kennen, gerade den größten Werth für
den besitzen, dem sie Bedürfniß sind. Die Verfasserin
Das höfliche Gespenst Wenn wir die Zeiten der
Vergangenheit überdenken, und uns ihre blutigen Schlachten, ihre
fürchterlichen Kriege Schaudern erregen, so verweilt unsere
bebende Fantasie mehrentheils bey brennenden Städten, öden
Landstrichen, und unter der grauenvollen Stille todtenreicher
Gefilde. – Ach! schrecklich ist dieses Gemählde, und ganz
des Schmerzes werth, den gewiß jedes Menschen Herz dabey
empfindet. Wir vergessen unter dem schrecklichen Geräusch der
Waffen; wir hören vor dem Röcheln der Sterbenden nicht das
doppelte Sterben derer, die um die lieben nie Wiederkehrenden jammern,
fern von der Erde, die ihr Blut trank – ach! wie viel


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