Das Ende des Odysseus - Victor Auburtin - Страница 1 из 60


von der Antike bis zur Zukunft Das Ende des
Odysseus Die hundert Freier der Königin Penelope waren
erschlagen, und ihre Leichen wurden, in Teppiche gehüllt, aus dem
Festsaal getragen, einer nach dem anderen. Obgleich es schon gegen
Mitternacht ging, war das Haus nach dem furchtbaren Vorfall noch in
voller Bewegung; die Fenster strahlten in die Nacht hinaus, und Diener
liefen hin und her. Man hörte, wie in der großen Halle das
Blut mit Besen über die Steinfliesen ausgefegt wurde. In dem
hell erleuchteten Schlafgemach lag Odysseus neben seiner Gattin
Penelope. Und nachdem sie sich in Liebe wiedergefunden hatten, setzte
er sich aufrecht und begann von seinem zwanzigjährigen Abenteuer
zu erzählen; von Ilion, von dem Streit der Könige im Lager;
von der Heimfahrt und den Wunderdingen der fernen See. Aber als er bei
Scylla und Charybdis ankam, merkte er, daß Penelope neben ihm
eingeschlafen war. Da dachte er: »die Arme hat heute viel
durchgemacht, ich werde ihr morgen weiter erzählen« und
legte sein Haupt neben das ihrige auf die Purpurkissen. * * *
In dem königlichen Palast war zunächst viel zu schaffen und
zu richten, denn die jungen Leute hatten mit ihrem wilden Wesen alles
in Unordnung gebracht. Odysseus entwarf einen Plan, ließ sich
durch seine Verwalter Bericht erstatten und ging ans Werk. Er
ließ die große Halle mit neuen Marmorplatten belegen, um
die letzte Erinnerung an den vergossenen Wein, aber auch an das


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