Als Kriegsfreiwilliger nach Frankreich - Willibald Alexis - Страница 1 из 246


unvergeßlich großen Zeit! »Wir können nun zu
jeder Stunde sterben,« dürfen wir mit Ernst Moritz Arndt
uns wieder rühmen, »wir haben auch in Deutschland das
gesehen, weswegen es allein wert ist zu leben: daß Menschen in
dem Gefühl des Ewigen und Unvergänglichen mit der
freudigsten Hingebung alle ihre Zeitlichkeit und ihr Leben darbringen
können, als seien sie nichts.« Wie im heiligen Jahre 1813
strömten auch jetzt wieder aus allen Winkeln unsres Vaterlands
aus allen Schichten unsres Volks Freiwillige sonder Zahl zu den
Waffen: Knaben und Männer, Jünglinge und Greise, und wieder
war »das Schönste bei diesem heiligen Eifer und
fröhlichen Gewimmel, daß alle Unterschiede von Ständen
und Klassen, von Altern und Stufen vergessen und aufgehoben waren,
daß jeder sich demütigte und hingab zu dem Geschäft
und Dienst, wo er der brauchbarste war, daß das eine große
Gefühl des Vaterlandes und seiner Freiheit und Ehre alle andern
Gefühle verschlang«. Und doch welch tiefe Kluft im
Vaterlandsempfinden des Deutschen von heute und von vor hundert Jahren
tut sich vor unsern Blicken auf, wenn wir die nachstehenden
Erinnerungen eines Kriegsfreiwilligen jener Tage lesen! Gewiß:
Alexis zog, ein Jüngling näher dem Knaben, erst 1815 mit
nach Frankreich; aber »es war noch der kräftige Nachhall
desselben mächtigen Impulses«, sagt er selbst. Er hat seine
Erinnerungen erst rund ein Vierteljahrhundert später auf Grund


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