Das angestochene Faß - (Johann) Ernst (Daniel) Bornschein - Страница 1 из 2


Heckert mit seinem jungen Weibe im Bette lag, so kamen so mancherley
Geschichtchen aus den Tagen ihres unverheyratheten Lebens aufs Tapet.
Jeder gab sein Schäftchen dazu her. Fiekchen meynte, es gäbe
genug Weiber im Dorf, die ihren Männern Hörner aufsetzten
und die in allen Fächern der Ausschweifung zu Hause wären.
Allein, von der Art sey sie nicht. Sie habe die Keuschheit ihres
Herzens und ihres Körpers jederzeit wie das größte
Kleinod aufbewahrt. Heckert ließ sie eine Zeitlang plaudern,
ohne sie mit einem einzigen Einwurf zu unterbrechen. Endlich, weil sie
fertig war, nahm er das Wort. Höre mich Fiekchen! sagte er,
was ich dir itzt sagen werde. Dein Umgang mit unserem Schulmeister ist
mir bekannt, gesteh mir's nur aufrichtig, mit dem hast du gewiß
einmahl über die Schnur gehauen. Fiekchen vermaß und
verschwor sich bey allen Heiligen, daß er in diesem Falle auf
sehr falschem Wege sey! Heckert: Ist das wirklich wahr?
Fiekchen: Ja! Heckert: Bist du wirklich unschuldig? Fiekchen:
Auf jedem Fall. Heckert: Du bist also rein? Fiekchen: Rein wie
die Sonne. (Heckert glaubte ihr natürlich nicht, sondern
bittet sie, zum Beweis Ihres guten Gewissens den rechten Fuß zum
Bett herauszustrecken.) Faßt eine unsichtbare Hand deinen
Fuß, so bist du schuldig, wo nicht, so trau ich deiner
Keuschheit, selbst wenn ich dich bey einem Manne im Bett liegen
sähe. (Fiekchen geht lachen darauf ein. Ihr Fuß wird


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