Der Flurschütz - Alfred Bock - Страница 1 из 104


Egon Fleischel & Co. Berlin
[1916]     1 Der Pfarrer
ergriff die Schaufel, warf langsam mit abgemessener Bewegung dreimal
Erde auf den Sarg und sprach: »Von Erde bist du gekommen,
zur Erde sollst du wieder werden, Jesus Christus, unser Erlöser,
wird dich auferwecken am jüngsten Tag.« Darauf wandte
er sich der Trauerversammlung zu. »Lasset uns beten!«
Die Männer nahmen die Mützen ab, die Frauen falteten die
Hände. »Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du
unser Gebet und Flehen nicht verachtet, sondern gnädiglich
erhört hast. Du hast unsere Schwester aus der Angst gerissen und
in die ewige Ruhe eingeführt. Ach, lieber Heiland, wir sprechen
mit Hiob: ›Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der
Name des Herrn sei gelobt.‹ Wollest uns deines heiligen Geistes
Gnade verleihen, daß wir uns in dieser Stunde erinnern, wie bald
es um einen Menschen geschehen sei, und daß, wie es heute um
unsere Schwester gewesen, es morgen an uns sein kann, damit wir in
steter und immerwährender christlicher Bereitschaft gefunden
werden, dir, wann das Stündlein kommt, durch das finstere Tal des
Todes mit Freuden zu folgen in dein Reich, der du samt dem Vater und
dem heiligen Geiste lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.« 2
Nun hoben die Sänger an: »Wer weiß, wie nahe mir
mein Ende!
Hin geht die Zeit, her kommt der Tod.
Ach wie geschwinde und behende


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