Der Lächler von Dunnersholm - Alfred Brust - Страница 1 из 73


Erzählungen     Gräfe und Unzer /
Verlag / Königsberg Pr.
[1931]     Der Lächler
von Dunnersholm In Dunnersholm, dem malerischen Fischerdorf,
lieblich gelegen zwischen saftigen Wäldern, die ihrerseits von
ragenden Dünen gerahmt sind, von deren Hängen man
hinausblickt auf das baltische Meer oder auch landwärts auf den
belebten Schwanensee von Dunnersholm (eine deutsche Meile im Geviert)
– in Dunnersholm lebte ein einsiedelnder Greis, den man nur den
Lächler von Dunnersholm nannte. Dieses Lächlers
Häuschen stand abseits vom Ort, hinter all den Feldern und
Wiesen, auf denen die Fischer Kraut, Rüben und Kartoffeln
pflanzten und das schwarzweiße Dunnersholmer Vieh grasete. Es
stand, hellblau gestrichen, dicht vor der dunkelgrünen Wand des
schmalen Forststreifens, der hier den freien Blick vom Meer zum
Schwanensee hin verhinderte. Der kleine zum Häuschen
gehörige Garten wies einiges Buschobst auf und dazwischen mehrere
Reihen Beerensträucher. Ein wenig seitlich auf blumigem
Rasenstück wuchs eine hohe, schwere Edeltanne, 8 deren Fuß
zu dem Umfang ihrer Pyramide in gar keinem Verhältnis stand und
die auch von dem leisesten Luftzug ständig sanft gewiegt wurde.
Aber blies der Sturm in ihre gestuften Fächer, so legte sie sich
fast auf die Erde, um von Atem zu Atem immer wieder emporzuschnellen,
während die Stieglitze, die darin wohnten, Mühe hatten,
nicht aus ihren Nestchen geworfen zu werden. Früh am Morgen,


-10     пред. Страница 1 из 73 след.     +10