Philologische Anmerkungen zu Plautus - Artur Brückmann - Страница 1 из 38


Unsere Überlieferung der 21 ganz oder teilweise erhaltenen
Komödien des Plautus geht auf eine einzige frühe Ausgabe
zurück, von der zwei verschiedene Redaktionen aus dem vierten
oder fünften Jahrhundert auf uns gekommen sind. Die eine dieser
Redaktionen (A) ist uns direkt fragmentarisch in einem Palimpsest
dieser Zeit, dem sogenannten Codex Ambrosianus erhalten, die andere
(P) nur in drei mittelalterlichen Abschriften, den sogenannten
Palatini (B,C,D). Die Namen dieser Handschriften leiten sich von den
jeweiligen Bibliotheken ab, in denen sie aufbewahrt wurden. Im
wesentlichen unterscheiden sich die beiden
Überlieferungsstränge dadurch, daß der Redaktor des
»Ambrosianus« (A) dahin tendiert, auch korrupte oder
unsichere Stellen seiner Vorlage zu übernehmen und diese so zu
überliefern, wie er sie vorfindet, während in der
palatinischen Überlieferung solche korrupte Stellen eher
weggelassen wurden oder der Versuch unternommen wurde, sie zu
verbessern. Der Ambrosianus ist für uns sicher die kostbarste
Überlieferung, doch sind nicht alle Komödien in ihm
erhalten, und der Text ist als Palimpsest natürlich
lückenhaft und nicht immer eindeutig zu lesen. Das Original ist
heute nicht mehr benutzbar; man muß sich an die Übertragung
halten, die Wilhelm Studemund anfertigte und 1889
veröffentlichte. Die Palatini sind, von Komödie zu
Komödie verschieden, von höchst unterschiedlicher
Qualität. Die wohl im 8. oder 9. Jahrhundert erfolgte


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