Die Nonnensusel - August Becker - Страница 1 из 516


Pfälzischen Wasgau Einleitung Das stille Dorf
Weniger bekannt als das goldene Weinland an der Haardt ist dessen
südliche Fortsetzung gegen das Elsaß hin, die Landschaft an
der Grenze von Landau bis Weißenburg. In den Chroniken des
späten Mittelalters wird sie als »Niederer Wasgau«
bezeichnet: Den Pfälzern gilt sie als das Oberland, die
»Alte Welt«, wo sich noch viel ursprüngliches
Volkstum bewahrt hat. Aus der Rheinebene zwischen Queich und Lauter
zum Wasgenwald hinansteigend, schloß die Landschaft das
frühere Gebiet der am Fuß der Vogesen vom
fränkisch-austrasischen König Dagobert gestifteten Abteien
Klingenmünster und Weißenburg ein. Es ist eine
schöne Landschaft, reich gesegnet vom Rheinstrom bis zum Saum des
Gebirges, dessen vorderer Kamm die tiefen Forsten der
Weißenburger Mundat und des Abtswaldes von Klingenmünster
trägt. Von Kastanienbäumen umrauscht, von Reben
umsponnen, rückt der alte Vogesus etwas weiter in die Rheinebene
vor. Hohe angebaute Hügelwellen bilden von klaren Bächen
bewässerte Gründe, die ihren Talcharakter bis in die
Nähe des Stromes bewahren. Hier ist jedes Dorf in der grünen
Bergwiege eine kleine idyllische Welt für sich; die üppigen
Weinlauben, die mächtigen Kronen der Walnußbäume und
Edelkastanien geben ihr einen fast südlichen Charakter. Am
anmutigsten entfaltet sich die Mitte dieser Landschaft, das
Klingbachtal, durch das von der Hauptbahn aus ein Postomnibus bis in


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