Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns - Bettina (Catharina Elisabetha Ludovica Magdalena) von Arnim geb. Brentano - Страница 1 из 219


Bergen, das selber auf einem hohen Berg lag, etwas niederer als die
ihn umgebenden. Wie ein Ring umschloß das Tal den Berg, und in
einem Ring umschlossen die dunklen felseckigen Berge das Tal. Aus
ihren Moosrinden wuchs hie und da spärliches Binsengras hervor;
unten im Tale lief hie und da ein Bächlein durchs Grün an
hie und dort einem Gebüsch vorüber, die Wurzeln
spülend. Oben im Gezweig guckten junge Vogelköpfchen aus den
Halm- und Mutterfederflaum-Nestchen dem harmlosen Dahinrollen unten
zu, und war der Bach artig, so erzählte er ihnen leise
Märchen, und sie taten zuweilen einen Piep des Wohlgefallens
dazwischen; kurz, es war ein schönes Leben in dem Gebüsch.
– Bald flog eins in den Lüften oder sang lieblich; sie
hatten sich hier ungestört und häuslich zufrieden
niedergelassen. Es war ein Ausweg aus dem Tal, der ganz überbaut
war von Felsen; manchmal sah man in Mitten der Berge in den Eingang
einer engen dunklen Höhle, und an verschiednen Orten
stürzten kleine Gießbäche heraus, grade hinab ins Tal,
brausten dort heftig auf und verloren sich leise murmelnd. Die
Grundmauern des Schlosses bauten sich dicht am Rande der Felskuppe
schräg in die Höhe, in kahlen Wänden, zuweilen durch
ein Fensterloch unterbrochen mit alten Eisenstäben verwahrt, mehr
für Ratten als für ein Menschengesicht. So erschienen die
Wände auch belebt, wenn in schönen Abendstunden die Welt
hochrot gefärbt war und die dunkeln Berge von mattem


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