Absalons Haar - Bjørnstjerne Bjørnson - Страница 1 из 139


nicht mehr, unbekümmert um alle Kritik, sein flottes
Junggesellenleben. Im Sommer sah man seine Lustyacht nicht mehr an der
Küste; seine Winterreisen nach England und dem Süden hatten
aufgehört: ja, er kam selten nach seinem Klub in Christiania.
Seine Riesengestalt nahm sich im Thürrahmen nicht mehr
groß aus wie in alten Tagen; er hatte abgenommen.
Säbelbeinig war er immer gewesen, aber der Winkel war
größer geworden. Die Herkulesbiegung des Rückens war
jetzt auch runder; er ging gebückt. Seine Stirn war eine der
breitesten gewesen; keines anderen Hut paßte zu seinem Kopf.
Jetzt war sie zugleich eine der höchsten; er hatte nämlich
nicht mehr Haar übrig als einen kleinen Rest an den Ohren und
einen leichten Kranz im Nacken. Jetzt hielt er das Schnapsglas am
liebsten mit beiden Händen; sie zitterten. Selbst die kleinen,
starken, tabakgeschwärzten Zähne fingen an auszufallen.
Sollte er sagen: sackerlot, so sagte er: schackerlot. Die Hände
hatte er immer halb geschlossen gehalten, als faßten sie etwas;
jetzt krümmten sie sich; er konnte sie nicht mehr ganz
ausstrecken. Den kleinen Finger der linken Hand hatte ein Hüne,
den Harald Kaas auf den Boden legte, in seiner Dankbarkeit abgebissen.
Kaas erzählte, wie er den Burschen gezwungen, ihn auch gleich zu
verschlingen. Jetzt sah Kaas gern da und liebkoste den Stumpf. Oft war
das die Einleitung zu einer Erzählung seiner Abenteuer, die


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