Der König - Bjørnstjerne Bjørnson - Страница 1 из 144


Ich darf es gewiß für einen Fortschritt unseres Volkes
halten, daß dieses Stück jetzt zur Aufführung gebracht
werden kann und gleichzeitig in dritter Auflage verlangt wird –
die vorhergehenden waren nicht klein. Als das Stück vor jetzt
bald zehn Jahren erschien, wurde ich in der damals
einflußreichsten Zeitung des Landes mit Zuchthaus bedroht. Man
begegnete mir im allgemeinen in allen drei Ländern
öffentlich und privat mit einer Schroffheit, die kaum ein
Seitenstück in unserer Literatur gehabt haben dürfte.
Aber ich beeile mich, hinzuzufügen, daß ich mit
»Fortschritt« nicht Fortschritt in der Entwicklung zur
Republik meine, jedenfalls nicht in Norwegen, und das, obgleich wir
jetzt zweifellos mehr Republikaner haben als wir vor zehn Jahren
hatten; die Entwicklung bringt es ja mit sich, daß ihre Zahl in
zivilisierten Ländern wächst. Aber die Unzufriedenheit, die
damals in Norwegen gärte, ist in ernste Versuche
übergegangen, nutzbar zu machen, was wir besitzen. Wenn mich
nicht alles täuscht, sind wir heute weiter von der Republik
entfernt, als wir es vor zehn Jahren waren. Aber der Friede, den
das Königtum jetzt erlangt hat, darf nicht als Schweigen
über dessen Erbfehler angesehen werden, oder gar als
Unterdrückung der Stimmen, die da fordern, daß es mit allem
übrigen im Volke vorwärtsschreiten soll, daß es sich
nach unseren neuen Bedürfnissen umformen soll. Darüber


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