Ein fröhlicher Bursch - Bjørnstjerne Bjørnson - Страница 1 из 130


er geboren wurde; aber als er erst aufrecht auf dem Schooße der
Mutter sitzen konnte, lachte er, und wenn sie des Abends Licht
anzündeten, lachte er so, daß es wiederhallte, doch weinte
er, als er es nicht anfassen durfte. »Aus dem Buben muß
etwas ganz Besonderes werden,« sagte die Mutter. Ueber die
Stätte seiner Geburt neigte sich ein nackter Berg, der aber nicht
hoch war: Fichten und Birken blickten von seinem Gipfel nieder, und
Traubenkirschen streuten Blüten auf das Dach. Aber oben auf dem
Dache weidete unter Oeyvinds Aufsicht ein kleiner Bock, auf diesen
Raum war er beschränkt, um sich nicht verlaufen zu können,
und Oeyvind trug Laub und Gras zu ihm hinauf. Eines schönen Tages
hüpfte der Bock hinab und hinein in das Gebirge; er kletterte
gerade aufwärts und gelangte nach Stellen, an denen er nie zuvor
gewesen war. Oeyvind sah den Bock nicht, als er nach dem Abendbrote
hinauskam, und dachte sogleich an den Fuchs. Es wurde ihm über
den ganzen Körper heiß, er blickte sich um und lauschte.
»Zickchen!« rief er, »Zickchen, Zickchen!«
– »Bä–ä–ä!« antwortete
das Böckchen oben am Felsenrande, legte den Kopf auf die Seite
und schaute hinab. Aber neben dem Bocke lag ein kleines
Mädchen auf den Knieen. »Gehört dir der Bock?«
fragte es. Oeyvind stand mit offenem Munde und großen Augen da
und steckte beide Hände in die Hosentaschen. »Wer bist
du?« fragte er. – »Ich bin Marit, der Mutter


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