Mutters Hände und andere Erzählungen - Bjørnstjerne Bjørnson - Страница 1 из 121


andere Erzählungen   Einzige berechtigte
Übersetzung aus dem Norwegischen von
Maria von Borch   Viertes und fünftes Tausend
Albert Langen Verlag für Litteratur und Kunst
München 1908 Kleine Bibliothek Langen Band 48

Mutters Hände Zwei Bilder
1 Scharfes Säbelklirren hallte von dem hohen
Glasdache über dem Perron wider, Stahlklang rieselte in das
Schnauben des Dampfes hinein; lautes Lachen und Gespräch in einer
dichten, dumpfen Tonmasse von Karren, Hufschlägen und
Güterverladung. Jedesmal, wenn neue Scharen von
Kavallerie-Offizieren die Glasthüren ausfüllten, klang das
Säbelklirren scharf hindurch; auch viele Artillerieoffiziere
kamen, eine Anzahl Infanteristen bildeten den Einschlag; alle nahmen
sie die Richtung nach derselben Coupéthür im Zuge,
wo eine hochgewachsene Dame in Schwarz und mit großen, halb
wehmütigen, halb gebietenden Augen stand und grüßte.
Eine langsame Neigung des Kopfes, und niemals mehr. Die Offiziere
kamen direkt von einem Manöver oder Marsch, das sah man. Der
König war in der Stadt, ein paar seiner Vorboten zeigten es an,
d. h. schwedische Uniformen. War er selbst hier? Wurde er erwartet?
Nein, dann wären nicht die Offiziere allein hier gewesen. Aber
war es die Dame in der Coupéthür, die sie suchten, um ihr


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