Briefwechsel zwischen Clemens Brentano und Sophie Mereau - Clemens Brentano - Страница 1 из 446


der neunzehnjährige Clemens Brentano die Universität Jena,
um Medizin zu studieren. Die Wahl dieser Bildungsstätte, wo so
bedeutende Professoren wie Schiller, die Philosophen Fichte und
Schelling, der Physiker Ritter lehrten, wurde entscheidend für
die ganze Richtung seines ferneren Lebens und Dichtens; denn hier trat
er in enge Beziehungen zu der jungen, aufblühenden romantischen
Schule, deren Führer sich in Jena zusammenfanden und einen Kreis
von höchst talentvollen Schülern um sich sammelten. In
schwärmerischer Verehrung schloß auch Clemens sich den
Aposteln der neuen Lehre an, die zunächst nicht erkannten, welch
hoher, wirklich schöpferischer Dichtergeist sich ihnen unterwarf.
Aber auch trotz ihres wenig ermutigenden Verhaltens
überließ sich der reiche Frankfurter Kaufmannssohn willig
und vollständig ihrem Einfluß. Der Salon Karoline
Schlegels war der gesellige Mittelpunkt des romantischen Kreises, hier
war es wohl auch, wo Clemens der Dichterin Sophie Mereau zum erstenmal
entgegentrat. Die achtundzwanzigjährige schöne und
hochgebildete Frau lebte in unglücklicher Ehe mit dem Professor
der Jurisprudenz Friedrich Ernst Carl Mereau. Als Tochter des
gräflichen Sekretarius, später herzoglich sächsischen
Obersteuerbuchhalters Gotthelf Schubart, den Sophie in ihrem
Erstlingswerk ›Das Blütenalter der Empfindung‹
liebevoll zeichnete, und seiner Frau Johanna Sophie Friederike geb.


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