Der blaue Boll - Ernst Barlach - Страница 1 из 91


9 Marktplatz mit Läden, hinten der Grundstock des Kirchturms
mit großem Bogenportal. Boll und Frau kommen quer
über den Markt. Boll (bleibt stehen) : Immer noch leichter
Nebel – eigentlich gar nicht unsympathisch, Martha – was?
Frau Boll : Bis auf das Frösteln – und so – als
wir Krönkhagen abfuhren, wurde es mir doch beinah ein ganz klein
wenig zu frisch. Boll : Hast Recht, Martha – immerhin, sieh
diese verwischte Perspektive, mags woll leiden – – es
kann mehr dahinter stecken als man denkt, kann anders kommen als
ausgemacht ist – und schließlich, was hat man auf die
Dauer von dem flotten Lebenslauf mit garantiert ausgeschlossenen
Beinbrüchen – wie sagst du, Martha? Frau Boll : Ich
weiß es nicht und niemand kann wissen, wozu es gut sein mag,
daß etwas anders kommt als man denkt, aber darum lege ichs noch
lange nicht auf an und laß den Respekt vor mir selbst
außer Acht – dazu versteh ich den lieben Gott viel zu gut,
als wollt er wohl was anderes mit mir im Sinn haben, wie ich einsehn
kann – nein – o nein! Boll : Na, da ist der Laden
– Bierhals & Co.! Soll ichs riskieren, bei dem Fräulein
wieder abzulaufen? Sie hat den Geschmack, du hast die Entscheidung und
ich – wozu ich? Frau Boll : Du weißt doch, Kurt,
irgendwas Passendes für Tante Emma zum Geburtstag müssen wir
kramen. 10 Boll : Ganz recht, Martha, der Fall ist so ein Fall und


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