Ein selbsterzähltes Leben - Ernst Barlach - Страница 1 из 70


Titelblatt der Erstausgabe von »Ein
selbsterzähltes Leben«, Federzeichnung, 1928, Verlag Paul
Cassirer, Berlin 1928 Der sich hier freimütig
äußernde Bildhauer und gelegentliche Dramenschreiber wird
nicht von krummen Wegen, immerhin von Irrfahrten und vom
Heimischgewesensein auf verworrenen Pfaden sprechen, er rühmt
sich dessen weder noch schämt er sich, läßt sich aber
die Feststellung entfahren, es derart bis zu einem guten
Grüppchen von Jahren über die Sechzig gebracht zu haben.
Wenn er also vom Segen spricht, der ihm nicht allein aus gewissen
inneren Begebenheiten, geschweige denn aus der Summierung von
Beobachtungen und Nötigungen zur Kenntnisnahme sowohl bitterster
wie wohltätigster Art geworden ist, so darf er wohl hoffen, nicht
als leichtfertiger Daherredner beiläufiger oder einstweiliger
Spruchweisheit angesehen zu werden. Barlach: Künstler zur
Zeit, 1933 Wandernde Puppenspieler,
Holzschnitt, 1922, 8,4 X 11 cm, Aus der Folge zum Drama »Der
Findling«, Blatt 8 Verlag Paul Cassirer, Berlin 1922Barlach im
Gespräch zu Friedrich Schult:
»Den Findling habe ich mir im Freien zusammengesucht:
Ich weiß von jedem Stücke, ich weiß von jeder
Wendung, die mir auf meinen Wegen einfiel, noch Strauch und
Baum.« Mein Vater zeichnet Großvater Barlach
hatte Liebeskummer, und seine Söhne wachten mit ihm und halfen
seufzen. Dann wurde es sehr spät, bis das erlösende Wort


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