Gedichte - Ernst Blass - Страница 1 из 69


Vor-Worte Ich gebe hier ein Buch heraus ... (doch
ich weiß, etwas »Geschlossenes-Ganzes« gebe ich
nicht heraus), eine Sammlung von Gedichten. Zeitlich
auseinanderliegende Dinge, die getrennt empfunden und festgehalten
wurden, sind hier zusammengebunden. Einheit liegt nicht vor. Ich
erinnere mich, wie mir zumute war, als ich Einiges von dem hier
Aufgenommenen verfaßte. Wie man damals das
Inhaltsmäßige fühlte; wie man die Straßen
entlang geweht kam (am 31. Januar 1912; vorher war man mit Herrn W. F.
und Herrn H. zusammen im Englischen Café; dann die
nachtumwaldete Tauentzienstraße); oder wie manchmal
Bedrückendes beim Schaffen wich; wie aber doch manches
bedrückend war ... Einzelnes; halbgespenstisch. Meine
Empfindungen heut abend stehen in keinem Gedicht des Bandes, –
dennoch sind die Gedichte des Bandes meine Empfindungen ... (Beim
Herausgeben muß man das erwähnen.) Kommt nun (wie
jetzt) eine reiche Nachtluft hinzu, durch offne Fenster direkt ins
Herz dringend, ist unten alles verstummt, unterhalten sich nur noch
leise zwei Dienstmädchen, tickt meine Uhr, höre ich ab und
zu die Hochbahn fern rollen – – –: so passiert es
leicht, daß jemand, der sich anschickte, eine Vorrede
kritisch-kämpferischen Wesens zu dichten, auf das Ganze dieses
Daseins träumerisch reagiert, weil dieses Chaos so voll von
Hinreißendem ist und, aus einiger Ferne gesehn, als etwas in


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