Der kleine Lord - Frances Hodgson Burnett - Страница 1 из 213


selbst wußte kein Sterbenswörtchen davon, nie war etwas
Derartiges in seiner Gegenwart auch nur erwähnt worden. Daß
sein Papa ein Engländer gewesen, wußte er, weil seine Mama
ihm das gesagt hatte, aber dann war dieser Papa gestorben, als er noch
ein ganz kleiner Junge gewesen, und ihm war von demselben nicht viel
mehr in Erinnerung geblieben, als daß er eine hohe Gestalt und
blaue Augen und einen langen, schönen Schnurrbart gehabt und
daß es herrlich gewesen, auf seinen Schultern in der Stube
herumzureiten. Nach des Vaters Tode hatte Cedrik dann die Entdeckung
gemacht, daß es am allerbesten sei, mit der Mama gar nicht von
ihm zu sprechen. Als der Papa erkrankte, war Cedrik fortgebracht
worden, und als er wieder nach Hause kam, war alles vorüber
gewesen, und sein Mütterchen, das auch eine schwere Krankheit
durchgemacht, fing eben wieder an, in ihrem Lehnstuhle am Fenster zu
sitzen; allein sie war bleich und mager und all die lustigen
Grübchen waren aus ihrem hübschen Gesichte verschwunden; die
Augen sahen so groß aus und so traurig, und ihr Kleid war ganz
schwarz. »Herzlieb,« sagte Cedrik – so hatte
sein Papa sie immer genannt, und der kleine Junge machte es ihm nach
– »Herzlieb, geht's Papa besser?« Er
fühlte, wie ihr Arm zitterte, wandte plötzlich sein lockiges
Köpfchen und sah ihr ins Gesicht, und als er sie so ansah, war's
ihm, als ob er selbst bald zu weinen anfangen müsse.


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