Schön Lisbeth - Frances Hodgson Burnett - Страница 1 из 191


Erzählung   Übersetzt von Walter Eichner.
Leipzig.
Greßner & Schramm
Erstes Kapitel. Ein
verstörtes Gemüt »Eine neue Gesellschaft?«
fragte Mrs. Despard. »O freilich!« sagte Lisbeth,
»und natürlich ein bißchen Musik und dann ein kleines
Abendessen und ein kleines Tänzchen, und was sonst noch alles
dazu gehört –« und ungeduldig zog sie die Stirn
kraus. Mrs. Despard sah sie mit einigem Mißbehagen an.
»Sie sind wieder in einem von Ihren grilligen Augenblicken,
Lisbeth,« sagte sie schroff. »Warum sollt' ich denn
auch nicht?« gab Miß Crespigny zur Antwort, nicht im
geringsten eingeschüchtert durch die Worte ihrer Anstandsdame,
»Grillen und Schrullen sind doch Vorrechte der Menschheit. Ich
möchte die meinen nicht missen, wenn ich könnte. Mir sind
sie ganz recht, weil sie mein Privatbesitztum sind, und niemand anders
auf sie Anspruch erheben kann.« »Ich
möchte auch kaum meinen, daß jemand Verlangen darnach
spüren könnte, sie für sich zu beanspruchen,«
sagte Mrs. Despard trocken, wobei sie aber das Mädchen mit einem
gewissen Grad von neugierigem Interesse ansah. Lisbeth Crespigny
zuckte die Achseln, jene so seltsam ausdrucksfähigen Achseln, die
eine Besonderheit von ihr bildeten. Ein »merkwürdiges
Mädchen«, so nannten sie sogar Leute, die sich in ihren


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