Das große Bestiarium der modernen Literatur - Franz Blei - Страница 1 из 301


Auflage In diesem Bestiarium habe ich, nicht abgeschreckt von
vielen Vorgängern, neuerlich den Versuch gemacht, eine so kurze
wie anschauliche und genaue Beschreibung derer lebenden Tiere zu
geben, so ans Licht der Bücherwelt zu stellen Gott dem Herrn
gefallen hat und soweit sie im Gebiete der deutschen Sprache wesen und
unwesen. Wenn wir Menschen Sinn- und Zweckmäßiges von
Gottes Schöpfungen an den Geschöpfen dieser von uns
beschriebenen Fauna noch weit seltener als sonst erkennen, so sollen
wir uns und nicht dem Schöpfer daraus einen Vorhalt
machen, indem wir ja einerseits vieles sehr Sinnvolles Seines Werkes
so einsehen als auch bewundern und darum wohl annehmen müssen,
daß es auch mit dem uns sinnlos Erscheinenden schon eine
sinnvolle Bewandtnis haben werde; andererseits die kurze Spanne nicht
nur unseres eignen, sondern auch des von uns überschaubaren
Lebens bedenkend nicht in Eitelkeit darauf versessen sein sollen, es
habe alle und jede Absicht Gottes uns durchaus geläufig zu sein
aus den Mitteln unseres eingeschränkten Verstandes. Und
möchte denen Zweiflern an der inneren Ordnung in der Person
Gottes auch dieses Dritte noch gesagt sein: daß es uns nicht
häretisch dünke, Gott von Seinem mühvollen Tag- und
Nachtwerke Sich ausruhend zu denken, wo Er dann in lustiger Laune
gewissermaßen solches werden lasse wie zum Exempel unsere
literarische Fauna, deren neuerliche Beschreibung ich hier dem


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