Gedichte - Georg Bötticher - Страница 1 из 40


  D'r ahle Musterzeechner Stechen
Is schlecht uff de deutschen Fabriken ze sprechen.
»Da heeßt's immer ›deitsche
Gunstindustrie‹ –
Awer deitsche Muster – wär gooft'n die?
Aus Frankreich muß so ä Muster gomm –
Da finden se's scheen – da werd's genomm!
Wie ich in Baris war edawliert,
Da ging Sie's Geschäfte, wie geschmiert!
Da haw ich nach Deitschland schicken missen
Dagdäglich! Se hamm sich drum gerissen!
Un nu, wo ich widder in Deitschland sitze,
Vergoof ich nich eene lumpichte Skizze!
Un sähnse – 's scheenste bleiwt awer doch –
Un dadriwer lach ich Sie heite noch: –
Die Muster, die ich von dort gesandt,
Die waren Sie gar nich von meiner Hand!
Die hat mei Bariser Lehrling gemalt,
Dän ich zwee Frank fer'n Dag gezahlt!«
An meine Stirnlocke        
Wenn von Gedanken trüb umnachtet
Im Spiegel ich mein Haupt betrachtet,
Das ein verdächt'ger Schein verklärt –
Warst du es, die mich aufgerichtet.
So oft ich sinnend dich geschlichtet,
Hat mir dein Anblick Trost gewährt. Ich sah auf
deinen blonden Spitzen
Noch jenen Schein der Jugend blitzen,
Der stets mich innerlichst erwärmt.
Verknüpft konnt ich mit deinen Strähnen
Mich noch den holden Tagen wähnen,
Da ich gedichtet und geschwärmt. Zwar schuf die


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