Skizzen - Georg Bötticher - Страница 1 из 16


Kretzschmer in Leibz'g erzählt Bolezei – ja gomms Se m'r
nur mit d'r Bolezei un ihrer Wachsamgeet! Die is dran schuld,
daß'ch acht Dage ä dickes Gesicht hatte, daß'ch
anderthalb Mark berabben mußte, mir enne Diehre eingedrickt
worden is, mei Garlchen sich de Zehe verknaxte un Emilje, was de unser
Mädchen is, nich mehr in Geller schlafen will. Das is
nämlich so zugegang'. Neilich nachts haw ich emal ferchterliches
Zahnreißen, so daß'ch gee Ooge zutun gonnte. Un wie'ch
endlich, so gegen frieh um dreie, ä linschen eingedusselt bin
– heern Se, da fährt Sie bletzlich meine Frau wie eine
Rakete in de Heehe un schreit: »Gottlieb, der Garten
brennt!« »Was brennt?« frag ich noch dreivärtel
in Drahne, fahre awer ooch gleich in de Strimfe, denn vor'n Fenstern,
die uff'n Garten nausgehn, war Sie's werklich uffallend helle. Und da
werd ooch schon ans Fenster geglobbt, meine Frau reißt's uff,
ä Boliziste steckt sein Gobb un enne Laderne rein und schbricht:
»In Ihrer Veranda stehn de Diehren uff un in Garten haw ich
ä verdächt'ges Gereisch geheert – Sie erlowen wohl,
daß'ch ä mal nachsehe, ob Eener eingebrochen is.«
Na, der Schreck! Ich in Hemde gleich niewer in mei Zimmer, wo de
Gasette steht mit de Staatsbabierchen, un an Schreibtisch, wo de
Wochengasse eingeschlossen is – Gott sei Lob, die warn noch alle
beede da! Derweile is mei Boleziste dorch de Veranda reingegomm'n,
unsere drei Ginder fangen zu brillen an, weil se denken, daß de


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