Lenz - Georg Büchner - Страница 1 из 36


Gebirg. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die
Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen
und Tannen. Es war naßkalt, das Wasser rieselte die Felsen
hinunter und sprang über den Weg. Die Äste der Tannen hingen
schwer herab in die feuchte Luft. Am Himmel zogen graue Wolken, aber
Alles so dicht, und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer
und feucht durch das Gesträuch, so träg, so plump. Er ging
gleichgültig weiter, es lag ihm nicht's am Weg, bald auf- bald
abwärts. Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm
manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte.
Anfangs drängte es ihm in der Brust, wenn das Gestein so
wegsprang, der graue Wald sich unter ihm schüttelte, und der
Nebel die Formen bald verschlang, bald die gewaltigen Glieder halb
enthüllte; es drängte in ihm, er suchte nach etwas, wie nach
verlornen Träumen, aber er fand nichts. Es war ihm alles so
klein, so nahe, so naß, er hätte die Erde hinter den Ofen
setzen mögen, er begriff nicht, daß er so viel Zeit
brauchte, um einen Abhang hinunter zu klimmen, einen fernen Punkt zu
erreichen; er meinte, er müsse Alles mit ein Paar Schritten
ausmessen können. Nur manchmal, wenn der Sturm das Gewölk in
die Täler warf, und es den Wald herauf dampfte, und die Stimmen
an den Felsen wach wurden, bald wie fern verhallende Donner, und dann
gewaltig heran brausten, in Tönen, als wollten sie in ihrem
wilden Jubel die Erde besingen, und die Wolken wie wilde wiehernde


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