Das Pentameron - Giambattista Basile - Страница 1 из 597


Schrot und Korn, daß, wer da sucht, was er nicht soll, findet,
was er nicht will und gleichermaßen, daß, wer andern eine
Grube gräbt, selbst hineinfällt. So erging es auch einer
zerlumpten Mohrensklavin, welche nie Schuhe an den Füßen
gehabt hatte und eine Krone auf dem Kopfe tragen wollte; da nun aber
doch der gerade Weg der beste ist und man endlich für alle Dinge
einmal büßen muß, so geschah es zuletzt, daß
die Sklavin, weil sie auf ungerechtem Wege sich das, was ihr nicht
zukam, angemaßt hatte, dafür hart gestraft wurde und, je
höher sie gestiegen war, desto tiefer hinabstürzte, wie hier
sogleich erzählt werden soll. Es war nämlich einmal ein
König von Buschtal, welcher eine Tochter namens Zoza hatte, die
man gleich einem zweiten Zoroaster oder Heraklit niemals lachen sah,
weswegen der traurige Vater, der keine andere Freude auf Erden
besaß als dieses sein einziges Kind, nichts unversucht
ließ, um ihren Trübsinn zu verbannen, und um sie
aufzuheitern, bald Seiltänzer, bald Reifenspringer, bald Gaukler,
bald Hanswürste, bald Taschenspieler, bald starke Herkulesse,
bald Hunde, welche Kunststücke machten, bald Esel, die aus
Gläsern tranken, bald Tänzer, bald das, bald jenes kommen
ließ. Es war aber alles umsonst; denn selbst nicht das Rezept
eines Wunderdoktors noch die Ranunkel, die das sardonische Lachen
erzeugen soll, noch ein Stich in den Unterleib zum Abzapfen
melancholischen Wassers hätte sie dazu bringen können, auch


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