Im Garten der Frau Maria Strom - Helene Böhlau - Страница 1 из 349


    Deutsche Verlags-Anstalt
Stuttgart und Berlin
1924     Hermann Ottokar Böhlau

hat, vom Feldzuge heimgekehrt, an diesem Werke
seiner Mutter mitgearbeitet    
Vorkapitel Es war einmal eine junge heitere Frau, gesund und
wohlgemut. Sie sah schlicht und recht aus und hieß Maria.
Man sah ihr nicht an, daß sie schon durch tiefes Leid gegangen
war. Mit zwei jungen Söhnen stand sie allein im Leben, hatte den
geliebten Mann verloren und lebte still und gelassen in einer strengen
Straße ohne Baum und Strauch. Ein dunkler Novemberabend.
Schnee und Regen. Traurig und menschenfremd fuhr der Wind in seiner
Urweltlichkeit durch die Straßen wie durch Gebirgsschluchten.
Er sang sein ewiges Lied, das von den Menschen nichts wußte,
strich an ihnen vorüber und an ihren düsteren Häusern,
als führe er durchs Chaos – heute wie vor Ewigkeiten.
Maria trat mit einem guten Freund aus einer hohen Haustür, aus
der ein Gewimmel dunkler Gestalten strömte, denen allen beim
Hinaustreten in das wilde Wetter von der Gewalt des Sturmes und des
Regens der Atem stockte und die in Nebel und Dunkelheit geschoben und
geweht wurden, sich zerstreuten im Gewirr von Straßen und
Plätzen, über die die Bogenlampen ihren unbewegten Schein
gossen, der durch 6 Regenwasserschleier gespenstisch leblos leuchtete,
ein gefangenes Licht, das die Menschen sich erlistet hatten. Maria


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