Das Feuer - Henri Barbusse - Страница 1 из 486


Gegenüber der Dent du Midi, der Aiguille Verte und dem Mont-Blanc
schauten auf der Liegehalle des Sanatoriums blutlose Gesichter aus den
Decken. Die Terrasse überragt auf der ersten Etage des
Palace-Sanatoriums die Welt, hängt gleichsam frei in der Luft mit
ihrer geschnitzten Holzgalerie und ihrer Glaswand, die sie vor Winden
schützt. Nichts regt sich unter den feinen, roten,
grünen, tabakbraunen und weissen Wolldecken, aus denen die
strahlenden Augen zarter Gesichter blicken; denn auf den
Liegestühlen herrscht völliges Schweigen. Jemand hustet,
dann hört man nur noch zuweilen das Geräusch einer
Buchseite, die nach regelmässigen Pausen gewendet wird; dann und
wann auch murmelt jemand eine leise Frage, auf die der Nachbar ebenso
leise antwortet; plötzlich wieder schnurrt ein
Fächergeräusch, wenn die Krähen aufflattern und in der
klaren Luft wie ein schwarzer, perlender Rosenkranz davonfliegen.
Das Schweigen ist hier Gebot. Uebrigens haben jene reichen und
unabhängigen Menschen, die sich aus allen Weltgegenden, vom
gleichen Unglück heimgesucht, hier eingefunden haben, die
Gewohnheit der Unterhaltung verloren. Sie sind mit sich selbst
beschäftigt und denken über ihr eigenes Leben und über
ihr eigenes Ende nach. Ein Zimmermädchen ist auf der
Liegehalle erschienen; sie schreitet sanften Schrittes in ihrer
weissen Tracht und bringt Zeitungen, die sie verteilt. –
Der Würfel ist geworfen, sagt einer, der die Zeitung zuerst


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