Das Frühlicht - Henri Barbusse - Страница 1 из 83


aus dem Roman »Das Feuer«. *
Zürich
1918 Das Säulentor
– Heut ist es neblig. Wollen wir gehn? Poterloo hat
diese Frage an mich gerichtet und sieht mich an mit seinem
gutmütigen, blonden Kopf, dem das blaue Augenpaar eine gewisse
Durchsichtigkeit verleiht. Poterloo ist von Souchez
gebürtig, und seit die Jäger Souchez endlich wieder
zurückerobert haben, möchte er das Dorf wiedersehn; er hat
dort einst glücklich gelebt, zur Zeit, als er noch ein Mensch
war. Eine gefährliche Wallfahrt. Nicht, dass es weit
wäre; Souchez liegt dort ganz in der Nähe. Seit sechs
Monaten sitzen und arbeiten wir, sozusagen auf Sprechweite vom Dorf
entfernt, im Schützengraben und in den Laufgräben. Es
handelt sich einfach darum, von hier aus gerade hinauf auf die Strasse
von Béthune zu klettern, an der sich der Graben
hinschlängelt und darunter die Zellen unserer Schutzlöcher
liegen. Dann geht's noch vier- oder fünfhundert Meter die Strasse
abwärts nach Souchez. Aber diese ganze Gegend wird
regelmässig und fürchterlich beschossen. Seit ihrem
Rückzug schicken die Deutschen mächtige Geschosse
hinüber, die von Zeit zu Zeit unsere unterirdische Behausung
donnernd erschüttern; dabei sieht man bald hier, bald dort
schwarze Erde und Schutt über die Böschung hoch
aufspritzen und senkrechte Rauchsäulen turmhoch aufsteigen. Warum


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