Aphorismen - Henri Beyle - Страница 1 из 151


Schönheit, Kunst und Kultur. Ausgezogen und in deutscher
Uebersetzung zusammengestellt
von Benno Rüttenauer Straßburg,
J. H. Ed. Heitz (Heitz und Mündel).
Einleitung.
Ich nenne ihn Stendhal. Da er sich selber diesen deutschen Namen
beigelegt hat, auch die Franzosen ihn meistens so nennen, haben wir
Deutschen den wenigsten Grund, ihn nicht unter diesem Namen bei uns
einzuführen. Um eine Einführung aber handelt es sich.
»Gegen das Jahr 1880 werde ich vielleicht einigen Erfolg
haben« lautet ein berühmtes Wort Stendhals. Einigen Erfolg,
das war bescheiden. Es kam ganz anders. »Seit zwanzig Jahren,
schreibt Pellissier l'admiration de Stendhal a pris un tour
dévotieux.« Die ganze neuere französische Litteratur
ist Geist von seinem Geist. Die Ueberwindung der Romantik war
gleichbedeutend mit seiner Intronisierung. Merimée und
Flaubert, Maupassant und Bourget sind seine Schüler, wenn nicht
als Künstler, so doch als Psychologen. Und gar Taine steht ganz
auf seinen Schultern. Er war ihm auch dankbar; er nennt ihn geradezu
den größten Psychologen des Jahrhunderts. Der
»Beylismus«, wie Stendhal-Beyle selber scherzweise seine
Weltanschauung nennt, wurde zum Glaubensbekenntnis einer
ganzen Generation. Zwei so verschiedene und in allem sich
entgegengesetzte Talente wie Zola und Bourget haben dies gleichzeitig


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