Armance - Henri Beyle - Страница 1 из 254


Urteil über literarisches Verdienst, hat mich Unwürdigen
gebeten, den Stil dieses Romans zu verbessern. Ich bin weit entfernt,
gewisse politische Anschauungen zu teilen, die in die Erzählung
verwebt scheinen; das mußte ich dem Leser sagen. Der
liebenswürdige Verfasser ist in manchem ganz anderer Ansicht als
ich, aber die sogenannten »Anspielungen« sind uns beiden
gleich zuwider. In London schreibt man sehr anzügliche Romane,
»Vivian Grey«, »Almaks High life«,
»Matilda« usw., die eines Schlüssels
bedürfen. Es sind sehr ergötzliche Karikaturen von Personen,
denen der Zufall der Geburt oder des Vermögens eine beneidete
Stellung gab. Diese Art »literarischer« Verdienste
lehnen wir ab. Der Verfasser hat den ersten Stock der Tuilerien seit
1814 nicht mehr betreten; er besitzt soviel Stolz, daß er nicht
mal die Namen der Leute kennt, die in gewissen Kreisen zweifellos eine
hervorragende Rolle spielen. Aber er läßt
Industrielle und Privilegierte auftreten und schreibt eine Satire auf
sie. Fragte man die Tauben, die auf den hohen Baumwipfeln girren, nach
Neuigkeiten aus dem Tuileriengarten, so sagten sie: »Er ist eine
grüne Weite mit dem schönsten Sonnenschein.« Wir
Spaziergänger würden antworten: »Er ist eine
köstliche, schattige Promenade, wo man vor der erdrückenden
Mittagsglut im Sommer Schutz findet.« So urteilt jeder
über die gleiche Sache von seinem Standpunkt verschieden. So


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