Bekenntnisse eines Ichmenschen - Henri Beyle - Страница 1 из 754


– so kann man mit Recht auch die vorliegenden
»Bekenntnisse eines Ichmenschen« nennen. Sie sind
fragmentarisch wie Beyle-Stendhals ganzes Leben und Schaffen, nach
Stimmung und Gelegenheit begonnen und wieder abgebrochen, aber gerade
in diesem zwanglosen Aufnehmen und Fallenlassen, dieser unstilisierten
Natürlichkeit liegt eine Gewähr für ihre Ehrlichkeit.
Wie zwei große Eckpfeiler stehen am Anfang und am Schluß
»Das Leben des Henri Brulard«, die Darstellung seiner
Kindheit und Jugend bis zur Ankunft des Intendanturvolontars in
Mailand, und die »Bekenntnisse eines Ichmenschen«, die
Erinnerungen an seine reife Manneszeit, die sein Bewunderer Paul
Bourget »neben Shakespeares Sonette, das »Journal
intime« von Benjamin Constant, die Bekenntnisse des Hl.
Augustinus und etliche andere erhabene oder sündhafte
Meisterwerke von hervorragender Gefühlsverfeinerung«
gestellt hat. Zwischen ihnen, die für eine spätere
Veröffentlichung bestimmt waren, liegen die regellosen Massen der
Tagebücher Beyles, die er nur für sich geschrieben hat, in
denen er seine Erlebnisse à nu aufzeichnete, Kritik an Kunst,
Literatur und Philosophie trieb, in denen er andere Menschen und vor
allem sich selbst psychologisch zergliederte und nach seiner eigenen,
eigenwilligen Wahrheit über Menschen und Dinge strebte. Sie sind
noch mehr als seine beiden großen autobiographischen Fragmente
unmittelbare Bekenntnisse, und als solche bilden sie den wichtigsten


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