Schwester Scolastica - Henri Beyle - Страница 1 из 47


seinem deutschen Pseudonym Stendhal), nachdem er wiederum zwei volle
Jahre im geistlosen Civitavecchia ausgehalten hatte, über Genf
nach Paris zurückgekehrt, als gebrochener, kranker, gleichwohl
lebensfreudiger, weil endlich wieder freier Mann. Die Mittel, die dem
verabschiedeten achtundfünfzigjährigen Konsul in seinen
Alterstagen zur Verfügung standen, waren kärglich. Sein
Ruhegehalt betrug 5050 Franken im Jahre; dazu kamen 900 Franken
Leutnantspension und 1600 Franken Rente aus der Hinterlassenschaft
seiner früh verstorbenen Mutter. Beyle, der als
Kriegsteilnehmer, als langgedienter Beamter, als (freilich nur im
Urteile der Nachwelt berühmter) Autor der Weltliteratur alle
Anrechte auf einen sorgenlosen Lebensabend hätte haben sollen,
hatte also nicht mehr und nicht weniger als rund 460 Franken im Monat
zu verzehren. Beyle war Lebenskünstler und fand sich damit ohne
zu klagen ab. Seine bis dahin veröffentlichten Werke
sicherten ihm keinen Zuschuß. De l'Amour (1821) war unverkauft
geblieben; Armance (1827) hatte keine Leserschaft gefunden; Rouge et
Noir (1830) errang nur einen Zeiterfolg; und die uns so köstliche
Chartreuse de Parme (erschienen am 6. Mai 1839) brachte es zwar auf
zwei Auflagen im ersten Jahre (den Brüsseler Nachdruck von 1839
nicht mit gerechnet); dabei blieb es aber. Mit einem Worte, wenn der
Dichter die Freuden des Pariser Lebens einigermaßen
genießen wollte, galt es Neues zu schaffen. Er entschloß


-10     пред. Страница 1 из 47 след.     +10