Die Börse - Honoré de Balzac - Страница 1 из 52


La Bourse Für hingebungsbereite Seelen ist
die Stunde, da es noch nicht Nacht und nicht mehr Tag ist, besonders
reizvoll; die Beleuchtung der Dämmerung umgibt dann alle
Gegenstände mit ihren weichen Tönen und eigenartigen
Reflexen und begünstigt einen Traumzustand, der sich unmerklich
mit dem Spiel von Licht und Schatten verknüpft. Die um diese Zeit
fast immer herrschende Stille macht diese Stunde den Künstlern
besonders lieb, die sich jetzt von der Arbeit erholen, einige Schritte
von ihrem Werk, an dem sie nicht mehr arbeiten können,
zurücktreten und es prüfen, während sie sich zugleich
für das Sujet begeistern, dessen tieferer Sinn sich alsdann dem
inneren Schauen des Genies offenbart. Wer nicht an der Seite eines
Freundes in solchen Momenten poetischen Träumen nachgehangen hat,
wird dieses unsagbare Glück schwerlich nachfühlen
können. In diesem Zwielicht verschwinden die Merkmale der
Kunstgriffe, mit denen die Wirklichkeit vorgetäuscht werden soll,
vollständig. Handelt es sich um ein Bild, so scheinen die
dargestellten Personen zu sprechen und sich zu bewegen: der Schatten
wird zum wirklichen Schatten, das Tageslicht zum wirklichen Licht, das
Fleisch wird lebendig, die Augen blicken umher, das Blut rollt in den
Adern, und die Stoffe schillern. Die Einbildungskraft hilft der
Naturwahrheit jeder Einzelheit nach, und sieht nur noch die
Schönheit des Werkes. Zu dieser Stunde herrscht die Illusion


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