Grosse und Kleine Welt - Honore De Balzac - Страница 1 из 160




MIT HOLZSCHNITTEN VON DAUMIER UND GAVARNI




PIERRE GRASSOU



Wer als ernsthafter Betrachter die Kunstausstellungen, die nach der
Revolution von 1830 stattfanden, besucht hat, wird sich beim Anschauen
der endlosen, ueberhaeuften Galerien kaum eines Gefuehls des Unbehagens
und der Langeweile, vielleicht sogar der Trauer haben erwehren koennen.
Seit 1830 gibt es keinen "Salon" mehr. Der Louvre ist ein zweites Mal
erstuermt worden durch die Kuenstler; und sie haben es verstanden, sich
dort zu behaupten. Die Zulassung zum "Salon" bedeutete ehemals fuer den
kleinen Kreis, der in Frage kam, bereits eine hohe Auszeichnung, und
ueber die bedeutendsten der etwa zweihundert Bilder, die ausgewaehlt
worden, entspann sich beim Publikum und bei der Kritik ein
leidenschaftlicher Widerstreit der Meinungen. Die Ueberfuelle der
Gemaelde, vor die sich heute der Besucher gestellt sieht, erschoepft
seine Aufmerksamkeit, und die Ausstellung wird geschlossen, bevor er
aus der Menge das wenige Gute ausfindig gemacht hat. Statt eines
Ritterspiels haben wir einen Volksjahrmarkt, statt eines kuenstlerischen
Ereignisses ein lautes Warenhaus, statt sorgfaeltiger Auslese--alles.
Was ist die Folge? In der Menge verliert sich das Genie. Der Katalog
ist zu einem dicken Buch angewachsen, in dem mancher Name auch dadurch
nicht bekannter wird, dass zehn oder zwoelf ausgestellte Bilder dahinter
aufgefuehrt sind. Unter allen aber am unbekanntesten ist vielleicht
derjenige des Malers Pierre Grassou aus Fougeres, den man in der


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